Haut- und Laserzentrum Freising

Allergologie

Als ehemaliger Leiter der Ambulanz für Allergologie, Berufsdermatologie und Umweltmedizin des Universitätsklinikums Mannheim, liegt mein besonderes Augenmerk auf der Diagnostik und Therapie von Allergien. Allergien sind heute Volkskrankheiten: bis zu 20% der Bevölkerung leidet unter ihnen. Es handelt sich um eine immunologisch bedingte Überempfindlichkeiten gegen an sich harmlose Substanzen (Allergene), die häufig mit anderen Arten von Unverträglichkeiten verwechselt werden können.

Deshalb ist es von besonderer Wichtigkeit, mit detektivischem Spürsinn alle Begleitumstände einer vermuteten Allergie zu ergründen. Nur so können später Ergebnisse der unterschiedlichen Allergietests richtig interpretiert werden. Nur so kann eine richtige Entscheidung für eine Therapie getroffen werden. Ein blindes Allergie-Screening ist nicht sinnvoll.

Viele Informationen zu Allergien finden Sie auf folgenden Webseiten:

Allergie Gruppen

Allergien werden nach Coombs und Gell in 4 unterschiedliche Gruppen eingeteilt.

Typ I Allergien
Heuschnupfen, allergisches Asthma, Nahrungsmittelallergien, Anaphylaxien

Hierzu gehört die Rhinoconjunctivitis allergica (Heuschnupfen), das allergische Asthma sowie Formen des allergischen Schocks (Anaphylaxie). Da es sich bei den Anaphylaxien um z.T. lebensbedrohliche Sofortreaktionen handelt, ist hier eine intensive und umsichtige Diagnostik wichtig. Besteht ein Zusammenhang mit Nahrungsmittelallergenen? Mit Medikamenten? Mit Insektenstichen? Manchmal ist die Zuordnung sehr schwierig, da mehrere potentielle Auslöser vorhanden sind.

Eine Kombination von unterschiedlichen Hauttestungen (Pricktest, Scratchtest, Intracutantest) und Bluttests (spezifisches IgE, Mastzelltryptase) kann hier den entscheidenden Hinweis geben. Auch die Diagnostik der Rhinoconjunctivitis allergica, also der allergisch bedingten Nasenschleimhautentzündung und Augenbindehautentzündung, ist alles andere als trivial. Allein auf der Basis von Hauttestungen können nicht immer zuverlässige Therapieentscheidungen getroffen werden. Die Ergänzung der Hauttests durch Bestimmung von z.B. spezifischen IgE gegen die verdächtigten Substanzen, sowie nasale oder konjunktivale Provokationstests bringen wertvolle Informationen.

Durch eine spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) können Typ I Allergien häufig kausal behandelt werden. Dies ist besonders bei Kindern und jungen Erwachsenen wichtig, da hierdurch dem Erwerb weiterer Allergien vorgebeugt werden kann. Heuschnupfen an sich, wird ist in seiner leichten Form häufig als harmlos bagatellisiert. Da die Nasenschleimhaut in die Schleimhaut der Bronchien übergeht, wird die Nase z.T. auch als „oberes Anhängsel" der Lunge betrachtet: zurecht, denn aus einem „banalen" Heuschnupfen entwickelt sich häufig ein mitunter lebensbedrohliches allergisches Asthma!

SCIT oder SLIT? Möglichkeiten der spezifischen Immuntherapie

Bei Patienten mit RCA oder AA haben wir die einzigartige Möglichkeit einer kausalen Therapie. Die spezifische Immuntherapie hat sich aus Versuchen in über 100 Jahren zunächst empirisch, später wissenschaftlich fortentwickelt.

Bei der klassischen Hyposensibilisierung werden die Allergene (Pollen, Hausstaubmilben oder Insektengifte) an ein  "Adjuvans" gekoppelt, welches die Immunreaktion verstärkt und beschleunigt. Um die gewünschte Toleranz zu erzeugen, werden die Allergene zunächst stark verdünnt, im Verlauf in ansteigenden Dosierungen, unter die Haut gespritzt (Subcutane Immuntherapie, SCIT). Hierdurch gewöhnt sich der Körper an das Allergen und wird wieder tolerant. Alternativ kann das Allergen auch über die Mundschleimhaut (Sublinguale Immuntherapie, SLIT) oder sogar über die Darmschleimhaut (orale Immuntherapie) aufgenommen werden.

Es gibt sehr viele unterschiedliche Präparate mit denen wir arbeiten. Allen gemeinsam ist, dass sie über eine Zulassung nach der "Therapieallergene-Verordnung" besitzen oder beantragt haben. Diese weltweit einzigartige Verornung hat zu einer "Marktbereinigung" geführt so dass wir heute davon ausgehen können, dass jedes in Deutschland erhältliche Immuntherapie-Präparat seine Wirksamkeit in großen Studien unter Beweis gestellt hat. Dies mag banal erscheinen, war jedoch in der Vergangenheit vor dem 14.11.2008 nicht so und ist in anderen Ländern nach wie vor kein Standard. 

durch die Verwendung von modernen Präparaten (Allergoiden) ist es zudem gelungen die Zahl der notwendigen Injektion zu reduzieren und die Nebenwirkungsrate drastisch zu verringern. 

Welches Präparat und welche Form der Immuntherapie für Sie die Richtige ist, hängt von vielen Faktoren ab, die wir mit Ihnen zusammen erarbeiten. Fragen Sie uns!!

Allergiebehandlung ist uns ein Herzensanliegen!!

Typ IV Allergien
allergische Kontaktekzeme

Das allergische Kontaktekzem ist eine T-Zellvermittelte allergische Reaktion vom verzögerten Typ. Diese Definition weist auch gleich auf die wesentliche Schwierigkeit für Patienten hin, die Probleme mit Kontaktallergien haben: durch die Verzögerung, die typischerweise bis zu 72h betragen kann, ist die Zuordnung eines Kontaktekzems zu seinem Auslöser häufig extrem schwierig.

Als weiteres Problem kommt hinzu, dass unsere Umwelt zunehmend komplex zusammengesetzt ist, ob dies nun Pflegecremes oder Arbeitsstoffe sind. 

Ein allergisches Kontaktekzem wird mit Hilfe eines sogenannten Epikutantestes (Pflastertest) diagnostiziert. Der Testort ist in der Regel der Rücken, der für den Test nicht gebräunt sein darf und während des Tests nicht feucht oder gar nass werden darf. Die Testsubstanzen werdenin speziellen Pflastern auf den Rücken aufegklebt und nach 24 oder 48h wieder abgenommen. Wichtig: dies darf nicht zu Hause erfolgen sondern muss in der Praxis gemacht werden. Die Testfelder werden nach Abnahme des Pflasters mit einem schwarzen Filzstift markiert und nach insgesamt 72h nochmals abgelesen. Wird der Rücken nass und verschmiert die Markierung, ist eine Zuordnung von etwaigen postiven Testergebnissen zu dem jeweiligen Allergen nicht mehr sicher möglich. 

Da der Test 3 Tage dauert, kann er nur an einem Montag oder einem Dienstag begonnen werden. Bitte berücksichtigen Sie dies bei der Vereinbarung ihres Termines!

Allergien

Da immer wieder enue Substanzen auf den Markt kommen und die Häufigkeit und Allergenität ständig überprüft werden muss, halten wir einen engen Kontakt zu den entsprechenden wissenschaftlichen Organisationen: Deutsche Kontaktallergiegruppe (DKG) und Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI), die über Neuerungen in den unterschiedlichen Bereichen informieren.