Haut- und Laserzentrum Freising

Hautkrebserkrankungen

Der Umgang mit den unterschiedlichen Stadien der verschiedenen Hauttumorerkrankungen, gehört zu den schwierigsten Aufgaben eines Hautarztes. Als qualifizierter Dermatoonkologe mit der Zusatzbezeichnung „medikamentöse Tumortherapie" und erfahrener Dermatochirurg, decke ich das gesamte Spektrum der Dermatoonkologie ab. 

Es gibt viele verschiedene Arten von Hautkrebs. Der sogenannte "schwarze Hautkrebs" (malignes Melanom) ist die gefährlichste und bekannteste Art, aber nicht die häufigste. Weitere Hautkrebsarten sind Basalzellkarzinome (Basaliome) und Stachelzellkarzinome (Spinaliome). Sehr viel seltener sind Krebserkrankungen der Hautanhangsgebilde (Adnextumore) und der weißen Blutzellen (Hautlymphome).

Das Melanom

Der auch als "schwarzer" Hautkrebs bezeichnete Tumor entsteht sowohl auf vorbestehenden Muttermalen als auch auf zuvor unveränderter Haut. Betroffen sind in Deutschland etwa 15-20 Patienten / 100000 Einwohner pro Jahr. Aufgrund unterschiedicher auslösender Veränderungen im Erbgut der dem Melanom zugrunde liegenden Tumorstammzellen (BRAF, c-Kit, NRAS, etc.) erfolgt derzeit eine neue molekularbiologische Einteilung, die die ursprüngliche klinische Einteilung nach typischer Lokalisation (Schleimhautmelanom, Akrolentiginöses Melanom) und Alter ("juveniles Melanom", "Altersmelanom") aufheben wird oder zumindest ergänzen wird.

Auch wenn momentan die Behandlung von fortgeschrittenen Melanomen großen Fortschritt macht und erstmals Lebensverlängernde Therapien zu Verfügung stehen, ist doch die Früherkennung und damit die mögliche Heilung durch einfache Excision die bessere Alternative! Deshalb ist die regelmässige Vorsorge so wichtig für Sie!

Das Basalzellkarzinom

Das Basalzellkarzinom (Basaliom) ist der häufigste Krebs des Menschen überhaupt. In Deutschland sind etwa 100-200 Patienten pro 100000 Einwohner pro Jahr betroffen. In Australien sind dies etwa 10x so viele, also ca. 2000 / 100000 was umgerechnet 2% der Bevölkerung entspricht!! Zusammen mit dem Stachelzellkarzinom der Haut (Spinaliom) wird es auch als "weißer" oder "heller" Hautkrebs bezeichnet (im englischen: "non-melanoma skin cancer").

Basaliome bilden zwar in der Regel keine Tochtergeschwülste (Metastasen), in seltenen Fällen kann dies aber durchaus passiere, was erst in den letzten Jahren durch molekularbiologische Untersuchungen (PTCH-Pathway) bewiesen werden konnte.
Das Basaliom hat eine große klinische Formenvielfalt die von einer unscheinbaren narbenartigen Läsion über rote, leicht schuppende "Flecken" bis hin zu zerstörerisch wachsenden Geschwüren reichen kann.

Hieraus resultiert auch ein zunehmed große Vielfalt möglicher Therapien. Von der einfachen Shave-Excision über histografisch kontrollierte, plastisch rekonstruktive Chirurgie bieten wir ein breites Spetrum an!

In manchen Fällen können Basaliome auch "konservativ", d.h. ohne Operation diagnostiziert und therapiert werden. Seit Einführung der optischen Kohärenztomografie (OCT, siehe Menüpunkt weiter unten) gelingt sosohl die frühe Diagnose von Basaliomen sicher, schnell und unblutig. Aber auch die Kontrolle einer durchgeführten Therapie wie z.B. mit Imiquimod, 5-Fluouracil oder photodynamischer Therapie führen wir mit dem OCT durch.

Im Laufe von 2013 wird die Zulassung der ersten medikamentösen Basliomtherapie ewartet. Der Inhibitor des PTCH Signalweges, Vismodegib, hat in Studien ein hervorragendes Ansprechen von inoperablen Basaliomen gezeigt. Selbstverständlich wird Ihnen diese Therapieform sobald wie möglich in unserer Praxis zu Verfügung stehen!

Das Stachelzellkarzinom

Das Stachelzellkarzinom (Spinaliom) entwickelt sich auf chronisch lichtgeschädigter Haut aus sogenannten aktinischen Keratosen (früher auch als Lichtschwielen oder Präkanzerosen bezeichnet). Aktinische Keratosen sind aber bereits oberflächliche Formen des Stachelzellkarzinoms (Karzinoma in situ der Haut) und kommen in Deutschland bereits bei 50% der 70-jährigen vor. Insbesondere sind Menschen mit sehr heller Haut betrofen, die in ihrem Leben zu viel in der Sonne gewesen sind.
Aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung, veränderter Freizeitmöglichkeiten und veränderter Schönheitsideale ist diese Form des Hautkrebses die in den letzten 100 Jahren am stärksten angestiegene! Ein besonders hohes Risiko haben Organtransplantierte oder anderweitig Immunsupprimierte Patienten!

Für aktinische Keratosen stehen zahlreiche Oberflächenverfahren zu Verfügung. Je nach Ausdehnung des Befundes steht mehr die Fläche (Flächenkanzerisierung) oder Einzelläsionen im Vordergrund. Hieraus resultieren zum einen die physikalischen Therapieverfahren wie Curretagen oder chirurgische Laser. Konservative Therapieverfahren werden bei flächigem Befall bevorzugt. Hier gibt es seit diesem Jahr neben den ällteren Präparaten (Solaraze, Actikerall, Efudix, Aldara) 2 neue Präparate: Zyclara ist ein wie Aldara ein Imiquimod Präparat, welches das eigene Immunsystem (Toll-like Rezeptoren) stimuliert und dadurch die Tumorzellen bekämpft.

Picato wird aus einem austrlischen Wolfsmilchgewächs gewonnen. Der Wirkstoff Ingenolmebutat bekämpft die Tumorzellen sowohl direkt durch Auslösung des programmierten Zelltodes (Apoptose) als auch indirekt durch Stimulation von weißen Blutkörperchen (Neutrophilen Granulozyten). Die Therapie an sich dauert in der Regel 2-3 Tage. Bis die Haut nach den manchmal recht starken Lokalreaktionen wieder regeniert ist, dauert es jedoch 1-2 Wochen.


Eine weitere sehr schnelle und sichere Therapieform ist die photodynamische Therapie (siehe Menüpunkt weiter oben).
Invasive Spinaliome werde histiografisch kontolliert chirurgisch entfernt. Die enstanden Defekte werden in unserer Praxis mit plastisch rekonstruktiven operativen Verfahren verschlossen. Die Metastasierungsrate ist etwas größer als bei den Basaliomen und überwiegend auf besonders geschwächte Patienten, besondere Lokalisationen (z.B. Übergangsschleimhäute) oder besondere entdifferenzierte Unterformen beschränkt. Eine regelmässige Nachsorge sollte durchgeführt werden.

Dermato-Onkologennetzwerk Onkoderm e.V.

Das bundesweite Netzwerk aktiver Dermato-Onkologen wurde Ende 2009 gegründet. Aktuell gehören unserem Netzwerk 25 Facharztzentren aus fast allen Regionen Deutschlands an. Ziel von onkoderm ist es, die Dermatologie als integralen Bestandteil der Gesamtmedizin zu stärken und somit das Image des Gesamtfaches Dermatologie durch hochwertige, nachhaltige und fachlich kompetente Qualität in der Versorgung zu optimieren.

Die Onkoderm-Zentren mit derzeit über 40 Fachärztinnen und Fachärzten decken ein Einzugsgebiet von weit über 6 Millionen Einwohnern ab.

Zweck des Vereins ist es, eine Plattform zur Förderung der Dermato-Onkologie durch niedergelassene Hautärzte zu bieten. Der Austausch von Fachinformationen und berufspolitischen Inhalten, die Bildung eines Netzwerks von Dermato-Onkologen und die Zusammenarbeit auf Studienebene soll gefördert werden. Der Verein erfüllt seine Aufgabe durch Abhaltung von Informationsveranstaltungen, Kongressen und gemeinschaftlichen Studienaktivitäten.

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